Radwandern auf dem Weser Radweg

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In vier Tagen fuhren wir auf dem Weser Radweg und dem Radfernweg Hamburg-Bremen von Hannoversch Münden bis kurz vor Hamburg. Die Strecke unserer ersten gemeinsamen Radwanderung betrug insgesamt 460 Kilometer und hinterließ insgesamt einen positiven Eindruck!

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In drei Worten (überspitzt) zusammengefasst, könnte man den Weser Radweg folgendermaßen beschreiben:

  1. Euphorie
  2. Ernüchterung
  3. Enttäuschung  

Am ersten Tag unserer Radwanderung starteten wir im Morgennebel in Hannoversch Münden; einer kleinen Stadt zwischen Göttingen und Kassel. Wir hatten am Abend zuvor auf dem im Ort befindlichen Campingplatz übernachtet und radelten nach dem Frühstück noch ein wenig durch die idyllische Innenstadt des kleinen Städtchens.

Die Markierung des Weser Radwegs war schnell gefunden und wir flossen gemeinsam mit der Weser in Richtung Bremen. Die Beschaffenheit des Radweg auf den ersten einhundert Kilometern kann man getrost als sensationell bezeichnen. Ebenso die Infrastruktur am Weg. Gemütliche Rastplätze wechseln sich mit Gasthäusern und Campingplätzen ab. In regelmäßigen Abständen werben Schilder für "Zimmer mit Frühstück für Radfahrer". Augenscheinlich ein Paradies für Radwanderer.

Wir machten unsere Mittagspause direkt am Fluss. Auch dieses Mal hatten wir alles dabei: Zelt, Schlafsäcke, Isomatten, Kocher, Espressomaschine. Hier kam uns unsere Erfahrung durch das Wandern beim Platz- und Gewicht sparen zugute. Während wir etliche schwer bepackte Radwanderer trafen, hatten wir lediglich jeweils zwei 20 Liter Packtaschen am Gepäckträger mit insgesamt zirka 10-12 Kilogramm Gewicht. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Fahrdynamik, sondern auch auf den allgemeinen Fahrspass aus :)


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Am ersten Tag fuhren wir 110 Kilometer bis zum Campingplatz an der Himmelspforte bei Bodenwerder. Dort schlugen wir zusammen mit den letzten Sonnenstrahlen unser Tarptent auf.

Während wir am ersten Tag noch euphorisch waren und von der Qualität dieses Radfernweg beeindruckt, schlug unsere Stimmung nun eher in Richtung Ernüchterung um. Unser Weg führte uns durch Hameln und den Naturpark Weserbergland. Als wir Porta Westfalica passierten, wurde der Weg deutlich unattraktiver und führte nun nicht mehr direkt neben der Weser entlang. Die Landschaft wurde flacher und fühlte sich nun schon deutlich nach "Norddeutschland" an.

In Petershagen angekommen, deckten wir uns im örtlichen Supermarkt mit Lebensmitteln ein und fuhren dann über eine Schleusenbrücke zu dem nahegelegenen Campingplatz in Lahde. Dort schlugen wir unser Zelt direkt neben der Weser auf und Romana kochte ein leckeres Abendessen. Wir tranken ein Glas Rotwein und schauten der Sonne beim Untergehen zu. Es war ein schöner Tag und ein angenehmer Abend.


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Am dritten Tag unserer Radwanderung kam die Enttäuschung. Die Landschaft war mittlerweile flach wie eine Pizza geworden und der Weser Radweg führte nun fast gar nicht mehr direkt an der Weser entlang. Vom Fluss bekamen wir kaum noch etwas zu sehen. Stattdessen fuhren wir auf miesen, mit Schlaglöchern und steinigem Geröll oder rutschigem, buckeligem Pflasterstein übersäten Wirtschaftswegen im Zickzack durch die eintönigen Felder Niedersachsens.

Spätestens in Nienburg hatten wir genug von diesem mittlerweile unzumutbaren Weg und beschlossen weiter bis Hoya zu fahren und dort dann einen Schlenker in Richtung Syke zu machen um unserer Familie einen spontanen Besuch abzustatten :) So wurde es dann auch gemacht und wir verbrachten einen vergnüglichen Abend.

Am vierten und letzten Tag unserer Reise fuhren wir wieder auf dem letzten Stück des Weser Radwegs nach Bremen, der dort direkt an den Fernradweg Hamburg-Bremen anknüpft.

Und wir waren positiv überrascht! Der HH-HB Radweg ist wirklich sehr nett. Die fehlende Dimension des Weser Berglandes wird auf diesem Weg durch viele paradiesische Dörfer wettgemacht! Der Weg schlängelt sich auf sehr ruhigen Wegen von einem kleinen Dorf zum nächstens, so dass es immer etwas zu erkunden gibt. In dem traumhaften Ort Fischerhude machten wir unsere Mittagspause.

Der Wind blies mittlerweile sehr stark. Glücklicherweise hatten wir auf der gesamten Strecke Rückenwind, so dass die Räder wirklich gut rollten :) An diesem Tag fuhren wir knapp 120 Kilometer und wollten es auch dabei belassen. So stiegen wir in Tostedt in den Metronom nach Hamburg und waren innerhalb weniger Minuten wieder zu Hause.


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Das Fazit
Wir sind auf den Geschmack gekommen! Mit dem Fahrrad lässt es sich prima wandern. Wir hatten eine Reisegeschwindigkeit von 20 km/h und einen Durchschnitt von 17 km/h. Mit so einem gemütlichen Tempo lässt es sich gut Radeln und dabei bekommt man auch noch etwas von der Landschaft mit. Mit dem Rad kann man natürlich ganz andere Tagesstrecken bewältigen als beim Wandern zu Fuss. Wenn wir dort maximal 30-35 Kilometer am Tag schaffen und abends dann kaum mehr vom Zelt zur Dusche laufen können, konnten wir mit dem Rad gut 100-130 Kilometer pro Tag fahren.

Wie immer kommt es aber nicht auf die Quantität (Anzahl der Tageskilometer), sondern auf die Qualität (des Weges und der Landschaft) an. Beim Wandern erlebt man den Weg deutlich intensiver und kann beim Laufen seinen Gedanken nachgehen.


Unsere Wegaufzeichnung gibt es als GPS-Track bei bikemap.de


Radroute 172221 - powered by Bikemap 


Bücher und Karten zum Weser Radweg gibt es bei Amazon.de!

1 Kommentar

Moin moin ihr Beiden!

Mit Freude erblicke ich dich, Marc, das erste mal auf deinem Grasshopper. Ich bin den Waserradweg vor 3 Jahren mit meinem Grasshopper gefahren, als ich auf dem Weg nach Stuttgart war, aber ich kann mich an keinen schlechten Wirtschaftsweg in dem genannten Bereich erinnern. Habt ihr den offiziellen Radwanderweg genommen, oder seid ihr ein wenig "frei nach Schnauze" gefahren? Dass die Landschaft nördlich von Porta Westfalica "flach wie eine Pizza" ist, ist doch eigentlich nicht anders zu erwarten gewesen, oder? Ansonsten kann ich eurer Euphorie nur zustimmen, der Weserradweg und der HH-B-Radweg ist wirklich wunderschön, leicht zu befahren und in meinen Augen, bis auf wenige Ausnahmen, bestens ausgeschildert.

Ich wünsche euch viel Freude auf zukünftigen Radreisen.

Gruß, Björn

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