Radwandern auf dem Mecklenburgischen Seen-Radweg

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Erneut begaben sich die Knusperfische mit ihren Fahrrädern auf eine erlebnisreiche Reise durch Deutschland. In dieser Episode erfährt der interessierte Leser, was Romana und Marc auf ihrer viertägigen, 450 Kilometer langen Radwanderung von Neubrandenburg nach Lüneburg alles erlebten.


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Der Monat Mai bietet sich durch seine vielen Feiertage für Kurzurlaube an. Unsere zweite Radwanderung in diesem Monat starteten wir in Neubrandenburg. Die kleine Stadt lässt sich von Hamburg aus gut mit der Bahn erreichen. Vom Bahnhof fuhren wir in der Abenddämmerung etwa acht Kilometer bis zu dem idyllischen Campingplatz "Gatsch Eck", der direkt am wunderschönen Tollensee gelegen ist. Allein diese kurze Strecke begeisterte uns schon. Der Radweg führte durch dichten Wald direkt am Wasser bis vor die Tore des Gatsch Eck. Wir bauten unser Zelt direkt am Wasser auf und genossen den Blick auf die Weite des Sees.

Am nächsten Morgen frühstückten wir im Zelt und Romana schwamm ein paar Runden im erfrischenden See. Anschließend packten wir unsere sieben Sachen und machten uns auf den Weg. Der Seen-Radweg führt direkt vom Zeltplatz im Wald verlaufend in Richtung Südwesten. Wir rollten gemütlich an einem See nach dem anderen vorbei und konnten uns daran gar nicht satt genug sehen.

Ähnlich ging es wohl auch den Einwohnern der kleinen Dörfer die wir durchquerten. Mein Liegerad mit dem bunten fliegenden Fisch war eine echte Attraktion im Vergleich zu den Massen an "Baumarkt Alu-Rentnerrädern" mit "Einheits-Bullbarlenker", denen wir fast ausschließlich begegneten. Vor allen Dingen die Kinder ließen ihrer Begeisterung freien Lauf wenn sie uns vorbeirollen sahen :)

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Am ersten Tag fuhren wir knapp 100 Kilometer bis zum Campingplatz "Pack und Paddel" in dem kleinen Ort Fleether Mühle, zirka sieben Kilometer vor Mirow. Der Platz war ausschließlich von Kanu und Kajak-Fahrern besiedelt und wir fielen mit unserem Fortbewegungsmittel etwas aus der Reihe. Nach einem leckeren Abendessen im Zelt tranken wir ein kühles Weissbier und begaben uns nach Sonnenuntergang in die Schlafsäcke.

Am nächsten Tag fuhren wir wieder auf sehr schönen und abwechslungsreichen Wegen. An diesem Tag hatten wir mit starken Gegenwind zu kämpfen. Wenige Kilometer vor unserem Tagesziel, dem Campingplatz in Bad Stuer, verschlechterte sich die Wegqualität rapide und es fing auch noch an zu Regnen. Entengrütze :-(. Schnell legten wir die Regenkleidung an und kämpften uns durch Wind und Regen bis zu dem etwas versteckt gelegenen Platz. Ich baute in Rekordzeit das Zelt auf und als wir alles darin verstaut hatten hörte es auf zu regnen. Ein Klassiker :)

Die Strecke von Bad Stuer nach Plau am See war abenteuerlich und eher ein Fall für unsere Cyclocross-Räder. Sehr steil führte der matschige, sandige und mit Schlaglöchern und Baumwurzeln übersäte Weg durch ein Waldstück. Mit etwa 13 Kilogramm Gepäck und 20 Zoll Reifen ohne Profil forderte der Weg sämtliche Konzentration und Balance.

Und dann war sie da! Die erste Reifenpanne. Der Platten hatte ja auch einige hundert Kilometer lang auf sich warten lassen. Unglücklicherweise passierte das ganze in einem Wald in dem sich offenbar die gesamte Mückenschar Mecklenburg Vorpommerns versammelt hatte. So musste ich mein sperriges Hinterrad mit Rohloff-Nabe und Scheibenbremse ausbauen, den Schlauch wechseln, einbauen und aufpumpen während um Romana und mich eine dichte Wolke aus hungrigen Mücken kreiste. Es war eine überaus bestechende Erfahrung, alle paar Sekunden Mücken von den Beinen und Armen zu wedeln und in der Zwischenzeit die Reparaturarbeiten zu erledigen. Autsch...

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Kurz hinter der Ortschaft Maliß waren wir begeistert von den sehr nettem Campinplatz "Am Wiesengrund". Dort hatten wir doch tatsächlich das allererste Mal einen sichtgeschützten, von einer Hecke umgebenen Einzelplatz für uns ganz allein und sogar eine Holzbank mit Tisch für das Abendbrot. Welch ein Luxus!

Der vierte und letzte Tag führte uns über Dömitz direkt an die Elbe. Dem Elbe-Radweg folgend fuhren wir am Deich den leicht eintönigen Weg mit kontinuierlich starken Gegenwind bis zur Fähre in Bleckede. Dort setzen wir an das andere Ufer über und kosteten die letzten Kilometer auf schönen Wegen bis zum Lüneburger Bahnhof in vollen Zügen aus.

Volle Züge hatten wir dann auch in Lüneburg. Vom Schaffner des Intercity nach Hamburg wurden wir darauf hingewiesen, dass ohne vorherige Reservierung keine Fahrradmitnahme im Zug möglich sei und wir den Metronom nehmen sollen. Als der Metronom dann eine halbe Stunden später ankam, war das Radabteil gerammelt voll. Unter Anwendung aller organisatorischen Künste gelang es uns aber schließlich doch noch etwas Platz im Abteil zu schaffen. Eine halbe Stunden später hatte uns Hamburg wieder.

Das Fazit zum Schluss
Der Mecklenburgische Seen-Radweg ist ein sehr abwechslungsreicher und schöner Radweg. Vor allen Dingen der Nationalpark um Waren (Müritz) ist atemberaubend. Schönere Wege als in diesem Nationalpark haben wir bisher mit dem Rad nicht erfahren und auch die Stadt Waren ist mehr als nur einen kurzen Aufenthalt wert.

Da die Wegebeschaffenheit stark variiert, empfehlen sich pannensichere Reifen mit Profil. Die Wegmarkierung lässt leider an einigen Stellen stark zu wünschen übrig, so dass wir unser GPS und das Tourenbuch oft zu Hilfe nehmen mussten. Auch die Infrastruktur am Weg ist eher mager. Um frisches Trinkwasser zu bekommen, mussten wir bei Anwohnern klingeln. Da die Menschen aber immer sehr freundlich und zuvorkommend waren, ergaben sich dadurch nette Gespräche :)


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