Aber es kam ganz anders als wir erwartet hatten :)
Uns blieb noch etwa eine halbe Stunde um den Zug zu erreichen. Erst lief ich mit dem Rad in der Hand, dann legte ich es mir über die Schulter und joggte damit zum Bahnhof. Im Rad-Wagon begutachtete ich erstmalig den Schaden. Es war schlimmer als angenommen. Das Hinterrad hatte einen starken Seitenschlag und das Schaltwerk hatte sich in den Speichen verknotet. Beim Herauspulen des Schaltwerk, brach denn noch der untere Teil mit den Umlenkröllchen ab.
Als der Zug Hamburg-Harburg passierte, war ich dabei die Schaltung auf Single-Speed umzubauen. Leider hatte ich keine passende Ersatz-Kettenniete für die Shimano-Kette dabei. So musste ich die gerissene Kette mit einem herausgedrückten und wieder eingefügten Kettenglied zusammensetzen. Ob das halten würde? Am Zielbahnhof in Sulz angekommen, fand ich es heraus. Die Kette hielt exakt 30 Sekunden, bevor sie erneut zerbrach. So schoben wir unsere Räder bei leichtem Schneefall und anbrechender Dunkelheit fast 20 Kilometer weit durch den verschneiten Wald. Nach über drei Stunden Fußmarsch kamen wir erschöpft und durchgefroren in unserem Ferienhaus an.
Am nächsten Tag bereitet wir alles auf die Ankunft von Clemens und Jan vor, die an diesem Abend ankommen würden. In Freudenstadt kaufte ich ein neues Schaltwerk und eine neue Kette und wir erledigten diverse Einkäufe. Da ich in der kürze der Zeit mein Rad nicht wieder fahrtüchtig machen konnte, konnten wir die beiden leider nicht vom Bahnhof abholen. So fuhren Jan und Clemens von Sulz nach Dornhan. Wir trafen uns am Ortseingang und liefen gemeinsam weiter zum Ferienhaus.
Mit einem solch starken Schneefall hatten wir nicht gerechtet. Die Landschaft hüllte sich in eine Decke aus Schnee ein und die Straßen waren von Schneematsch und Eisflächen bedeckt. Am darauf folgenden Tag machten wir eine Wanderung von knapp 23 Kilometern zum kleinen Ort Alpirsbach und Abends ließen wir es uns in der von einem alten Holzherd befeuerten Küche schmecken.
Jan und Clemens fuhren probeweise eine kleine Tour mit ihren Rädern, mussten im verschneiten Wald aber umkehren und auf die Straße ausweichen. So beschlossen wir, zwei Tage mit Langlaufen in Kniebis zu verbringen. Wir liehen uns Langlauf-Ski im Intersport-Geschäft in Freudenstadt aus und ich gab dort auch mein defektes Laufrad zum zentrieren ab. Das Rad war allerdings so stark "verbogen", dass mir keine allzu große Hoffnung auf Erfolg gemacht wurde.
Zwei Tage fuhren wir unter allerbesten Bedingungen mit den Skiern in den perfekten Loipen bei Kniebis. Am ersten Tag drehten wir etliche "lokale" Runden rund um das Skistadion. Am zweiten Tag liefen wir von Kniebis bis hinunter nach Freudenstadt. Dort holte ich auch mein Laufrad wieder ab. Tatsächlich hatte es der Mitarbeiter von Intersport geschafft das Laufrad wieder zu zentrieren! Meinen allerbesten Dank noch einmal für die gute Arbeit! :)
Abends schraubte ich dann mein Crossrad wieder zusammen. Clemens half beim Einstellen der Schaltung und tatsächlich bekamen wir fast alle Gänge wieder zum fliegen - trotz einem verbogenen Schaltauge (das ich nicht mehr ganz gerade biegen konnte). Auch Jan hatte einen leichten Defekt am Stoßdämpfer seines Mountainbike. Dieser verlor unterwegs an Druck und musste regelmäßige nachgepumpt werden. Jan schnitzte sich aus einem Holzklotz eine Unterstützung für den Dämpfer um ein Durchschlagen zu verhindern :)
Die nachfolgenden zwei Tage machten wir dann bei strahlendem Sonnenschein und 15C die Gegend unsicher. Wir fuhren in Richtung Süden nach Sulz am Neckar entlang des Neckartal-Radweges. Die Wege waren auf dieser Höhe durchweg Schneefrei und mit etlichen langen, knackigen Steigungen gespickt.
Trotz schwierigen Wetterverhältnissen haben wir das beste aus unserem Kurzurlaub gemacht. Ein paar Tage Wandern, Langlaufen und Radfahren waren eine nette Abwechslung und gute Erholung.

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