Wir drei hatten auch schon an dem etwas kleineren Stadtparktriathlon teilgenommen und konnten uns somit gut vorbereiten auf das, was uns erwarten würde.
Romana beendete ihren zweiten Triathlon in einer Zeit von 1:35:22 und belegte damit den Platz 240 bei den Frauen (Platz 39 in ihrer Altersklasse). Ich absolvierte die drei Disziplinen in einer Zeit von 1:21:27 und belegte damit den Platz 243 (Platz 55 in meiner Altersklasse). Insgesamt starteten zirka 3500 Teilnehmer in der Sprintdistanz.
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Um 6:30 klingelte der Wecker (ächz).
Draußen war es noch dunkel und ziemlich kalt. Alles in allem ziemlich ungemütlich wenn man aus dem Fenster schaute. Alles war bereits gepackt und lag auf seinem Platz. Um kurz vor acht Uhr verließen wir die Wohnung und fuhren mit den Rennrädern zum Jungfernstieg. Dort gaben wir unsere blauen Sportbeutel mit Fleecejacken und Hosen für die Zeit nach dem Wettkampf ab.
Kurze Zeit später standen wir in der Wechselzone. Niko war bereits an seinem Platz. Da wir als Team starteten, waren nicht nur unsere Plätze direkt nebeneinander sondern wir sollten auch gemeinsam um 09:20 Uhr starten.
Einige Minuten vor neun Uhr zwängten wir uns in die Neoprenanzüge. Romana hatte zum Glück noch einen passenden Anzug ausleihen können. So blieb ihr das eiskalte Erlebnis das ich letztes Jahr in der Alster hatte erspart. In den Anzügen liefen wir dann zur Startzone am Alsterableger. Dort wartete auch schon Jennifer aus dem Tour-Forum auf uns und machte Fotos. Um Punkt 0900 war Einlaß in den Wartebereich. Die Stimmung war locker bis angespannt. Wir machten Dehnübungen um den Neo optimal am Körper anzupassen. Dann wurden wir eingelassen. Nun wurde es spannend. Die Teilnehmer reihen sich am Ufer auf. Einige stiegen schon ins Wasser um sich warmzuschwimmen. Ich wartete diesmal nicht bis zur letzten Sekunde sondern stieg schon 5 Minuten vor dem Start ins dunkelbraune Wasser.
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Ich ließ ein wenig Wasser durch die Halskrause meines Neoprenanzugs in den Anzug laufen und schwamm einige kräftige Züge mit dem Kopf unter dem Wasser. Das Wasser hatte eine Temperatur von 18C - trotzdem kam es mir gefühlt wie 10 Grad Celsius vor. Ich hörte einige Leute ohne Neo hinter mir stöhnen; in deren Haut wollte ich heute wahrlich nicht stecken ;)
Dann wurde es ernst. Der Countdown lief und das Startsignal ertönte! Ich hatte mich dieses mal ganz rechts vorne an der Startlinie positioniert - strategisch äußerst günstig - und mir vorgenommen es diesmal etwas aggressiver als letztes Mal anzugehen. Wie auch schon beim Stadtparktriathlon, konnte ich dank des Neo sehr gut mit dem Mittelfeld mithalten und fand bald meinen Brustschwimmrhythmus. Der Tunnel war in diesem Jahr beleuchtet - trotzdem wurde mir etwas klamm durch die dunkle "Höhle" zu schwimmen. Das Wasser war im Tunnel komplett schwarz und die Beleuchtung kam durch die Verzerrung der Schwimmbrille ziemlich surreal rüber ;)
Nach elf Minuten und 58 Sekunden hatte ich es geschafft und wurde von einer kräftigen Helfer-Hand am Ziel aus dem Wasser gezogen. Ich fühlte mich nicht ganz so ausgelaugt wie beim Stadtparktriathlon und lief recht zügig zur Wechselzone. Unterwegs zog ich den Neoprenanzug zur Hälfte aus. In der Wechselzone angekommen, erledigte ich den Wechsel zum Radfahren dieses Mal mit konzentrierter Ruhe und Routine. Ich zog die Radschuhe an, setze den Aero-Helm auf, schnallte mir die Startnummer um und schon war ich auf dem Weg zum Ende der über 500 Meter langen Zone. Wir starteten aus Block F - und das war der ungünstig gelegene Block überhaupt, denn er befand sich ganz am Ende der Wechselzone. Wir mussten also die gesamte Strecke zur Radstrecke und zurück zur Laufstrecke komplett mit dem Rad in der Hand laufen.
Wie dem auch sei; ich kam ziemlich schnell am Übergang zur Radstrecke an. Nachdem ich über die roten Matten zur Zeitmessung gelaufen war, schwang ich mich auf mein zum Zeitfahrrad umgebautes Rotwild Rennrad. Ich hatte einen Aerolenkeraufsatz angebaut, die Vuelta Carbon Pro Laufräder montiert und sogar eine aerodynamische Trinkflasche am Lenker festgeklemmt ;)
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Die Strecke kannte ich gut. Ich war sie auch zuvor schon mit Romana abgefahren, da es immer von Vorteil ist wenn man weiß wo man schnell fahren muss und wo man sich einteilen sollte. Im Feierabendverkehr mit den Mountainbikes zwischen all den stinkenden Autos die Strecke abzufahren war die Pest. Jetzt war die Strecke abgesperrt und ich konnte mich aufs Fahren konzentrieren. Der Gegenwind war stärker als erwartet und irgendwie bekam ich den Tacho nur mit Mühe mal über die magischen 40 km/h. Klar - es dauert einige Zeit bis sich der Körper vom Schwimmen aufs Radfahren umgestellt hat und man den Puls wieder unter Kontrolle hat und den Rhythmus findet. Diesmal führte der Weg nicht am Michel und Davidswache vorbei auf die Reeperbahn sondern über die Steigung der Helgoländer Allee. Dann, vor der Königsstraße hinunter in Richtung Fischmarkt und in einer steilen Rechtskurve hinauf zur Palmaille. Dort gab ich Vollgas; denn die Elbchaussee war von hier aus bis zum Wendepunkt am Teufelsbrück fast ausschließlich abschüssig. Der stark böige Gegenwind machte mir allerdings zu schaffen. Am Wendepunkt holte ich Niko ein, der zuvor beim Schwimmen in einer Zeit von etwas über neun Minuten vor mir lag. Ich überholte viele Triathleten und machte die beim Schwimmen verlorene Zeit wieder gut. Am Ende der Radstrecke angekommen war ich eine Zeit von 36:30 gefahren und war damit knapp 19 Sekunden schneller als im letzten Jahr.
Der zweite Wechsel ging schneller vonstatten. Nun kam noch das fünf Kilometer Laufen - ein schweres Schaf! Wie erwartet, war der Wechsel vom Radfahren zum Laufen am Anfang ziemlich hart. Trotzdem lief ich recht zügig, obwohl mir das (etwas zu reichliche) Frühstück schon wieder hochkam. Bei Kilometer 0.5 nahm ich einen Becher mit Isodrink entgegen und schüttete ihn mir im Laufen in den Hals (wobei mindestens 80% daneben ging ;). Ich quälte mich auf der recht unattraktiven Laufstrecke hinauf zum Mittelweg und überholte auch hier viele Mitstreiter. Beim Wendepunkt sah ich Niko in nicht weiter Entfernung hinter mir. Ich zog das Tempo noch einmal an und biss die Zähne zusammen. Das tat jetzt echt weh! Allerdings nur, weil ich ohne Socken lief und mir blutige Scheuerblasen gelaufen hatte die mich immerhin von den Schmerzen in den Beinen etwas ablenkten ;)
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Das Ziel kam immer näher! Der letzte Kilometer war von vielen Zuschauern gesäumt, die ich allesamt nicht wahrnahm. Ich hatte nur noch einen Gedanken im Kopf: das Tempo durchzuhalten bis ins Ziel. Kurz darauf war es geschafft! Im Ziel traf ich Jerry und Jennifer und knapp 40 Sekunden später traf Niko hinter mir im Ziel ein. Romana ließ auch nicht lange auf sich warten!
Das Fazit:
Das war er also - mein zweiter HCM Triathlon! Ich konnte meine Zeit deutlich zum Vorjahr verbessern, aber die "Konkurenz" war auch besser (und mehr) geworden. Hatte ich im letzten Jahr mit meiner Radzeit noch den 17. Platz in der Disziplin belegt, reichte es in diesem Jahr mit einer etwas besseren Zeit "lediglich" zum 37. Platz. Mit meiner Gesamtzeit wäre ich im letzten Jahr auf Platz 182 gelandet.
Alles in allem war es eine sehr schöne und bestens organisierte Veranstaltung. Trotzdem hat mir der kleine Stadtparktriathlon mehr Spaß gemacht und Romana und ich werden unseren Fokus in kommenden Jahr eher auf die kleinen, familiären Triathlons in der Hamburger Umgebung legen.
Was mache ich nächstes Mal besser?
Ich hatte diesmal probiert ohne Socken radzufahren und zu laufen. Das stellte sich als Fehler heraus, denn beim Laufen holte ich mir blutige Blasen an beiden Füßen die sehr schmerzten. Alles in allem sparte ich vielleicht 10 oder 20 Sekunden - aber das ist es nicht wert :)
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