Um zehn Uhr fiel der Startschuss zum 16. Hamburger Alsterlauf. Romana, Clemens und ich waren dabei. Romana hatte auch schon im letzten Jahr teilgenommen und hatte sich zum Ziel gesetzt in unter einer Stunde zu finishen.
Wir trafen uns um 09:30 am Ballindamm und fuhren dann zur Mönckebergstraße um unsere Räder anzuschließen. Alle Teilnehmer mit den Startnumern 1-2999 sollten im Startblock "A" in der Mönckebergstraße starten und die restlichen im Startblock "B" in der Parallelstrasse. Massen von Läuferinnen und Läufern tummelten sich auf der Straße. Viele liefen sich warm und bereiteten sich mental auf den bevorstehenden Lauf vor.
Um kurz vor zehn Uhr begaben wir uns zu den Startpunkten. Clemens und Romana starteten aus Block A und ich aus Block B. Ich schlängelte mich durch die Menschenmassen nach vorne und reihte mich in der Nähe eines Schildes ein das den Startpunkt für Läufer mit einer zu erwartenden Zeit von 45-50 Minuten markierte.
Pünktlich um zehn fiel der Startschuss. Es dauerte einige Zeit bis sich die Masse vor mir in Bewegung gesetzt hatte. Die ersten Meter ging ich langsam zu Fuß und erst beim Überschreiten der Startlinie kam Bewegung in die Herde. Ich lief recht schnell und nutzte jede Lücke zum Überholen. Wir bogen links ab und kamen nach einer Rechtskurve direkt an die Alster. Die gesamte Straße war abgesperrt und man konnte gut auf dem Asphalt laufen. Die ersten fünf Kilometer fühlten sich meine Beine sehr gut an und ich konnte ein hohes Tempo halten. Zwischen Kilomter 6-8 merkte ich wie die Beine immer schwerer wurden und meine Laufgeschwindigkeit abnahm. Überholte ich anfangs noch viele Teilnehmer, wurde nun ich von vielen überholt. Ich hängte mich an eine kleine Gruppe und ließ es etwas ruhiger angehen um auf dem letzten Kilometer nocheinmal etwas mehr Tempo machen zu können.
Als der letze Kilometer angekündigt wurde standen immer mehr Zuschauer am Straßenrand und feuerten uns an. Das motivierte mich noch einmal die Geschwindigkeit ein wenig anzuheben. Die letzte Kurve führte leicht "bergan" (aechz) und dann "bergab" um in einer anschließenden Linkskurve in die Zielgerade zu verlaufen. Der Gestank der Imbiss-Buden an denen wir vorbeiliefen war fast genauso unangenehm wie der Gestank der Autos als wir am Mittelweg direkt neben der stark befahrenen Fahrbahn liefen.
In der Zielgerade zog ich das Tempo nochmals an und holte das letzte aus den Beinen heraus - geschafft!
Hinter dem Ziel staute es sich. Viele waren völlig kaputt konnten kaum auf den eigenen Beinen stehen. Die Schlange bewegte sich langsam vorwärts, vorbei an der Transponder-Abgabestelle, in Richtung der Trinkwasserausgabe. Dort angekommen, schnappte ich mir drei Becher Mineralwasser und schüttete sie gierig in mich hinein. Leider war das Wasser mit (ein wenig) Kohlensäure versehen, so dass sich mein Bauch in ungeahnte Dimensionen aufblähte ;)
Kurze Zeit später traf ich Romana, die am Ziel angekommen und mit einer roten Rose beschenkt worden war. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zu unseren Fahrrädern, wo wir auch Clemens trafen.
Abends erfuhren wir dann schon die vorläufige Zeit auf der Webseite des Veranstalters. Romana war mit einer Bruttozeit von 53:38 und einer Nettozeit von 51:47 ins Ziel gekommen und damit auf dem Netto Gesamtplatz 268 bei den Damen (von 1794 Teilnehmerinnen) und auf Platz 70 in ihrer Altersklasse. Damit hatte sie ihr Ziel mehr als erreicht! Ich lief die 10 Kilometer in einer Bruttozeit von 48:48 und einer Nettozeit von 47:54 - leider etwas langsamer als erhofft - und landete auf dem Netto-Platz 1332 (von 3785 Teilnehmern) in der Gesamtwertung und auf Platz 200 in meiner Altersklasse.
Nach dem Lauf machten wir uns nachmittags noch zusammen mit einigen Rennradlern aus dem Tour-Magazin Forum zu einer Ausfahrt nach Glückstadt auf. Wir fuhren etwa 55 Kilometer gemütlich am Deich entlang, sahen uns die vielen Schafe und das Wasser der Elbe an und aßen leckeren Apfel-Zimt Kuchen in Glückstadt. Zurück fuhren wir mit dem Regional-Express direkt nach Hamburg Altona.
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