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Allgemein:
Schwimmen:
Radfahren:
Laufen:
Nachdem alles sorgfältig in der Box verstaut war, hängte ich mein rotes Kopftuch an den Lenker meines Rades um es nach dem Schwimmen schneller unter all den vielen Rädern entdecken zu können. Die Zeit verging wie im Fluge und alle Starter mussten 20 Minuten vor dem Start bereits in einer abgesperrten Zone am Startpunkt sein. So blieb mir nur noch Zeit mich so dick es ging mit Melkfett einzuschmieren um vom 18C kalten Alsterwasser nicht zu schnell auszukühlen - und dann ging es los.
Mit Badekappe und Schwimmbrille in der Hand machte ich mich auf den Weg durch das Gedränge der Zuschauer in Richtung des Startpunktes am Alsteranleger. Wenige Minuten nach meiner Ankunft startete schon der Block D und es war spannend zu sehen wie das vonstatten ging. Die Schwimmer drängten sich an der Startlinie im Wasser und nach dem Startsignal flog das schäumende Wasser durch die Luft. Schnell lösten sich die schnellen Krauler von der Gruppe ab und das Feld teilte sich auf und schwomm in Richtung der beiden großen mit Luft gefüllten Kissen die es zu umrunden galt.
Zehn Minuten nachdem der vor uns liegende Block gestartet war, war die Zeit für mich gekommen. Die Minuten wurden vom Moderator lautstark runtergezählt und 2-3 Minuten vor dem Start waren schon fast alle Schwimmer ins Wasser gesprungen. Ich wartete bis ca. zwei Minuten vor dem Start bis ich mich ins Alsterwasser plumpsen ließ. Das Wasser war ziemlich kalt und braun gefärbt. Wenige Zentimeter unter der Wasseroberfläche konnte man bereits nichts mehr sehen - so verdreckt ist das Wasser. Ich versuchte mich ein bisschen warm zu schwimmen und plazierte mich dann recht weit auf der linken Seite um mich beim Start aus dem Gedränge rauszuhalten und meinen eigenen Rythmus schwimmen zu können. Die letzten Sekunden wurden vom Moderator angezählt - dann dröhnte das Startsignal aus dem Lautsprechern - und los gings!
Ich schwomm über die Startlinie und achtete darauf nicht irgendwelche Ellenbogen oder Füße ins Gesicht zu bekommen. Wie vom Training gewohnt, schwamm ich Brust mit dem Gesicht unter Wasser. Schnell stellte sich allerdings heraus, dass ich durch die Kälte des Wassers sehr stark auskühlte, bekam Probleme mit der Atmung und die Muskeln wurden schwerfällig. Ich konnte beim Schwimmen das Gesicht nicht ins Wasser tauchen da mir dann durch die Kälte die Luft wegblieb und ich Atemnot bekam. So schwamm ich dann mit dem Gesicht über dem Wasser, was allerdings meinen Schwimmstil komplett zerstörte. Nach 14 Minuten und 26 Sekunden kam ich an der hölzernen Treppe an, an der zwei Helfer standen die den Schwimmern zurück aufs "Land" halfen. Ich war enttäuscht von meiner Zeit denn ich hatte im Training bei 21.5C Wassertemperatur locker Zeiten von weniger als 12:20 geschafft. Im nachhinein betrachtet bin ich sicher, dass ich mit einem Neoprenanzug hätte starten sollen - was ich im kommenden Jahr auch tun werde :)
Nachdem ich aus dem Wasser gestiegen war, fühlte sich ersteinmal alles ziemlich schwer an und die ersten Meter zu laufen war nicht ganz einfach. Nach kurzer Zeit ging es aber besser und ich konnte schnell in die Wechselzone zu meinem Rennrad laufen. Dort angekommen war alles sehr hektisch denn die Zeit lief weiter! Das Ordnungspersonal machte Durchsagen mit einem Megaphon und mahnte die Teilnehmer, sich am Rand des Weges aufzuhalten um durchlaufenden Triathleten nicht den Weg zu versperren. In großer Eile trocknete ich mich ein wenig mit dem Handtuch ab und zog ein enges Laufshirt über um beim anschliessenden Radfahren nicht weiter auszukühlen. Clemens stand mit der Kamera neben mir und filmte mich beim Umziehen. Nachdem ich mir meine Socken übergestreift, den Helm aufgesetzt und das Startnummernband umgelegt hatte, griff ich mir mein Rennrad und lief los - zum Ende der Wechselzone. Innerhalb der Zone darf man nicht mit dem Rad fahren; erst ganz am Ende der 450 Meter langen Strecke darf man auf das Rad steigen. Mit Schrecken bemerkte ich, dass ich meine Radschuhe in der Box vergessen hatte und lief die Strecke zurück um sie abzuholen. Das kostete mich leider wertvolle Zeit und so benötigte ich insgesamt 7:53 Minuten für den ersten Wechsel anstatt wahrscheinlich normalerweise benötigten 3-4 Minuten.
Am Ende der Wechselzone - nun auch mit den Schuhen in der Hand - angekommen zog ich diese über, lief mit dem Rad über die beiden roten Zeitmess-Matten und setzte mich dann aufs Rad. Es war eine unbeschreibliche Wohltat nach dem Schwimmen wieder in einem Element zu sein in dem ich mich 100% wohl fühlte. Von Anfang an fuhr ich ein hohes Tempo und überholte viele andere Zeitfahrer. Clemens und ich waren die Strecke am Vortag zusammen abgefahren und so wusste ich wo ich schnell fahren konnte und wo ich aufpassen musste. Der Wind kam aus Westen mit ca. 15km/h - das bedeutete Gegenwind auf den ersten 10 Kilometern. Ich fuhr auf der abgesperrten und gut markierten Strecke in Richtung U-Bahn Baumwall und dann direkt hinter dem Gruner & Jahr Gebäude rechts in die Straße. Hier konnte man nur langsam fahren da es einige 90 Grad Wenden gab und es am Michel vorbei "bergauf" zur Reeperbahn ging. Über eine unangenehme Pflastersteinpassage vorbei an der Davidwache ging es links auf die Reeperbahn und nach kurzer Fahrt gleich wieder links hinunter zum Fischmarkt. An der Kreuzung dann gleich wieder rechts hinauf zur Palmaille/Elbchaussee auf der es dann mit Gegenwind in Richtung Teufelsbrück ging. Auf der Elbchaussee angekommen gab ich Vollgas. Es ging jetzt fast nur noch "bergab" und auf dem letzten Gefälle vor Teufelsbrück kam es zu einem kleinen Stau der auch am Wendepunkt wertvolle Sekunden kostete. Nach Umfahren des Wendepunktes ging es gleich wieder "bergauf" und dann mit leichtem Rückenwind und kontinuierlich leichter Steigung zurück. Auf dem Rückweg führte die Strecke nicht über die Reeperbahn sondern unterhalb an der Hafenstraße und den Landungsbrücken vorbei. Dort konnte ich nochmal Tempo machen - musste an einigen Kurven aber wieder leicht abbremsen. Ich fuhr diesen zweiten Teil des Triathlon mit 80-85% meiner Leistung um noch genug Reserven für das anschliessende Laufen zu haben. Trotzdem belegte ich in der Gesamtwertung für diese Disziplin den 17. Platz mit einer Zeit von 36 Minuten und 49 Sekunden für 22 Kilometer (wie Clemens später ausrechnete).
Vor einer weißen Linie musste ich vom Rad absteigen und es anschließend schieben. Nach einigen Metern in der Wechselzone lehnte ich mein Rad an und zog mir die Radschuhe aus um schneller laufen zu können. Im Block E bei meinem Platz angekommen hängte ich das Rad wieder an die Stange, den Helm an den Lenker des Rades und drehte die Startnummer nach vorne. Die Laufschuhe konnte ich schnell überstreifen, da ich die Schnürsenkel vor einiger Zeit mal gegen ein System zum Zusammenziehen ausgetauscht hatte. Das sparte wertvolle Sekunden ;) Insgesamt brauchte ich 3:45 für den zweiten Wechsel. Ich lief aus der Wechselzone hinaus um die letzte der drei Disziplinen zu absolvieren. Der erste Kilometer war hart. Sich vom Radfahren ans Laufen zu gewöhnen ist nicht ohne und ich verspürte Seitenstiche in der Magengegend. Irgendwann fand ich dann meinen Rythmus, die Seitenstiche hörten auf und ich wurde immer schneller. Die Strecke verlief über den Mittelweg wieder hinunter zur Alster wo eine Zwischenzeit genommen wurde. Dann lief ich direkt an der Alster bis zum Jungfernstieg wo der Weg dann kurvenreich zum Rathausplatz - dem Ziel - führte. Durch die Zuschauer angefeuert wurde ich immer schneller und lief schließlich in einer Zeit von 24:24 durchs Ziel. Am Ende der Strecke wurde jedem Teilnehmer eine "Medaille" umgehängt und ein Foto geschossen.
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Das war also mein erster Triathlon. Ich absolvierte ihn in einer Gesamtzeit von 1:27:19 und dem 565. Gesamtplatz (Platz 122 in meiner Altersklasse) von insgesamt 3000 Teilnehmern in der Sprintdistanz und bin mit dem Ergebnis zufrieden. Schön ist auch die Aussicht für die Teilnahme in 2006 meine Leistung um mindestens 4 Minuten steigern zu können indem ich lediglich daran denke meine Schuhe in der Wechselzone mitzunehmen ;)
In der Team-Wertung machte unser Team "muff-o-rama" den 8. Platz (von insgesamt 108 gewerteten Teams) mit einer Gesamtzeit von 4:09:37.
Durch die Teilnahme habe ich nun auch an Erfahrung gewonnen und weiß, was ich im kommenden Jahr alles verbessern kann und worauf ich achten muss.
Update: Im Juni 2006 habe ich meinen zweiten Triathlon absolviert und beim VVL Stadtparktriathlon mitgemacht. Hier klicken um den Bericht zu lesen.
Update: Mein Bericht zum Hamburg City Man 2006 ist online! Hier klicken um den Bericht zu lesen.
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